Kursinhalte
Kinderschutz findet nie im luftleeren Raum statt, sondern immer im Kontext von Beziehungen, Dynamiken und Systemen. Fachkräfte stehen dabei oft vor der Herausforderung, in komplexen Familiensystemen zu agieren, ohne vorschnell zu bewerten oder in Aktionismus zu verfallen. Wie können wir Situationen im Kinderschutz so verstehen, dass unser Handeln wirksam und zugleich professionell reflektiert bleibt?
Diese Fortbildung zeigt, wie eine systemische Sichtweise dabei unterstützt, Zusammenhänge zu erkennen, Wechselwirkungen zu verstehen und gezielt an „Stellschrauben“ im System anzusetzen. Sie lernen, wie Veränderungen angestoßen werden können, ohne die Komplexität aus dem Blick zu verlieren - und wie Sie auch in festgefahrenen Situationen handlungsfähig bleiben.
Mit praxisnahen Methoden und Reflexionen entwickeln Sie ein Verständnis dafür, wie unterschiedliche Perspektiven, Werte und Dynamiken im Kinderschutz zusammenwirken. Sie arbeiten mit konkreten systemischen Methoden, die helfen, Situationen differenziert zu betrachten, Hypothesen zu bilden und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Technische Voraussetzungen
Zur Teilnahme am Kurs benötigen Sie ein Endgerät mit Internetzugang, ein Mikrofon sowie eine Kamera. Ohne die entsprechenden technischen Voraussetzungen ist eine Teilnahme nicht möglich! Sie erhalten vor dem Kursbeginn alle notwendigen Informationen zur Teilnahme.
Fragen & Antworten
Was bedeutet systemisches Arbeiten im Kinderschutz?
Systemisches Arbeiten bedeutet, Kinder, Eltern und ihr Umfeld nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines Gesamtsystems. Methoden wie Genogramme oder systemische Fragen helfen, Beziehungen und Dynamiken sichtbar zu machen.
Welche Methoden werden in der Fortbildung konkret vermittelt?
Sie lernen unter anderem zirkuläre Fragen, Skalierungsfragen, Hypothesenbildung, Perspektivwechsel sowie Genogrammarbeit und einfache Aufstellungsformate kennen. Diese Methoden unterstützen dabei, komplexe Situationen im Kinderschutz besser zu verstehen und neue Handlungsoptionen zu entwickeln.
Was bedeutet Konstruktneutralität im Kinderschutz?
Konstruktneutralität beschreibt die Haltung, unterschiedliche Wirklichkeitskonstruktionen zunächst anzuerkennen. Systemische Methoden helfen dabei, diese Perspektiven sichtbar zu machen, ohne sie vorschnell zu bewerten.
Was kann ich tun, wenn sich trotz Auftrag nichts verändert?
Systemisches Arbeiten nutzt kleine Interventionen, gezielte Fragen und Hypothesen, um Bewegung in festgefahrene Systeme zu bringen. Veränderung wird dabei als Prozess verstanden, der nicht direkt steuerbar ist, aber angestoßen werden kann.
Wie helfen systemische Methoden, nicht in Aktionismus zu verfallen?
Methoden wie Skalierungsfragen oder Hypothesenbildung fördern das Innehalten und Strukturieren der Situation. Sie unterstützen dabei, überlegt zu handeln, anstatt vorschnell zu reagieren, besonders in angespannten Kinderschutzkontexten.